Aktuell
Monheim: Die integrative Wende
von Norbert Jakobs
Die Peter-Ustinov-Gesamtschule wird mit ziemlicher Sicherheit jetzt doch zum nächsten Schuljahr integrativen Unterricht einführen. Damit erhalten vor allem lernbehinderte Kinder mehr Chancen.
Monheim. Was viele schon nicht mehr für möglich gehalten haben, wird nun ziemlich sicher Realität: integrativer Unterricht an der Peter-Ustinov-Gesamtschule. Damit haben lernbehinderte Kinder, die nach vier Jahren integrativem Unterricht die Humboldt-Grundschule verlassen – fünf bis sechs pro Jahrgang – künftig die Chance einer weiterführenden „normalen“ Regelschule. Bisher müssen sie auf die Förderschule.
Hintergrund: Rathaus und Politik hatten sich dafür ausgesprochen, dass die Gesamtschule den integrativen Unterricht einführt. Die Entscheidung darüber liegt aber einzig und allein bei der Schule selbst. Und bei einer Informationsveranstaltung am 23. September sah es noch so aus, als ob eine Mehrheit gegen die schnelle Einführung integrativer Klassen sei. Der Faktor Zeit und personelle Engpässe sprachen dagegen.
Die Humboldt-Grundschule bietet seit zwölf Jahren pro Jahrgang fünf bis sechs Plätze für meist Lernbehinderte in einer gemischten Klasse an. Ab dem Sommer kommt die Gmeiner-Schule hinzu. Der Bedarf wird größer, weil Lernbehinderungen inzwischen gründlicher untersucht werden.
Integrativer Unterricht wird vom Kreis und der Bezirksregierung unterstützt. Die Gesamtschule bekommt bei der Einführung eine halbe Stelle eines Sonderschullehrers pro Klasse zusätzlich.
Dennoch trauen sich die Pädagogen der Gesamtschule nun die schnelle Verwirklichung zu. Eine breite Mehrheit in der Lehrerkonferenz gab einen Antrag für die Schulkonferenz am Donnerstagabend mit auf den Weg. Demnach sollen verlässliche Zusagen bei der Stadt als Schulträger (mögliche Umbauarbeiten) und den übergeordneten Schulbehörden in Mettmann und Düsseldorf (Personalzusage) eingeholt werden. Und auf der Basis entscheidet dann die nächste Schulkonferenz am 16. November endgültig.
Arbeitsgruppe hat sich bereits gegründet
„Es ist ein Kraftakt. Aber das Kollegium sieht auch den gesellschaftspolitischen Auftrag. Darauf kann ich als Schulleiter stolz sein“, sagt Michael Schlemminger-Fichtler. Es habe sich bereits eine Arbeitsgruppe mit 14Lehrern gegründet, die sogar zum Teil in den Herbstferien arbeiten würde. „Wenn die notwendige Unterstützung von Stadt und Kreis Mettmann sicher ist, dann gehe ich davon aus, dass auf der nächsten Schulkonferenz endgültig die Weichen für den integrativen Unterricht gestellt werden“, schätzt es Direktor Schlemminger-Fichtler ein.
Hoch zufrieden mit der Entwicklung ist natürlich die Elterninitiative für integrativen Unterricht mit Jörg Sinell an der Spitze. Aber auch Uwe Trost, im Rathaus federführend bei dem Projekt, kann mit einem guten Gefühl ins Wochenende gehen.
Die ziemlich sichere Entscheidung der Gesamtschule für den integrativen Unterricht kann aber nur ein erster Schritt sein. Denn ab dem Sommer richtet die Gmeiner-Grundschule ebenfalls eine integrative Klasse mit lernbehinderten und „normalen“ Kindern ein. Dann sind es schon zwei Grundschulen. Damit verdoppelt sich nach vier Jahren die Zahl derer, die in die fünfte Klasse kommen. Dann wird man sehen, ob auch andere Schulen bereit sind für den integrativen Unterricht. Die Politik hat bereits in diese Richtung appelliert. Aber letztlich entscheiden die Schulen selbst.
26.08.2009
Elterninitiative begrüßt die Beschlüsse im Schulausschuss zur Einführung einer integrativen Lerngruppe an der Gesamtschule
Die Elterninitiative gemeinsamer Unterricht in Monheim hat die Beratung im Schulausschuss mit großem Interesse verfolgt.
Wir begrüßen den einstimmig gefassten Beschluss mit dem die Schulkonferenz der Gesamtschule aufgefordert wird, alles Erforderliche dafür zu tun, das Angebot einer integrativen Lerngruppe (ILG) zum Schuljahresbeginn 2010/2011 zu starten.
Die Erklärungen des Schulträgers und der Schulaufsicht alles dafür zu tun, dass das Angebot an den personellen und sächlichen Voraussetzungen nicht scheitern wird, finden unsere Zustimmung.
Besonders begrüßen wir die Einführung des gemeinsamen Unterrichts an der Hermann Gmeiner Grundschule. Hier gilt unser Dank und Respekt besonders der engagierten Schulleiterin Frau Ullenboom sowie dem gesamten Kollegium.
Die Ausführungen und Bedenken von Herrn Schlemminger-Fichtler, Schulleiter der Peter-Ustinov-Gesamtschule, über den Zeitrahmen, den bevorstehenden Wechsels in der Schulleitung sowie dem schulinternen Beteiligungsverfahren lassen uns aber befürchten, dass die Einführung einer ILG letztlich am Votum der Schulkonferenz scheitern könnte.
Die geäußerten Bedenken über ein zu kleines Zeitfenster können wir aber nicht teilen.
Der genannte Abgabezeitpunkt für einen Antrag incl. eines Konzeptes an die Bezirksregierung Düsseldorf ist nicht der Monat Dezember, sondern spätestens der 28.2.2010.
Die Ausführungen, wie aufwendig die Erstellung eines Konzeptes und die weitere Umsetzung sind, konnte uns ein Schulleiter der aktuell an einer weiterführenden Schule eine ILG eingerichtet hat nicht bestätigen. Konzepte kann man von anderen Schulen übernehmen und ggf. ergänzen.
Der gesamte Umsetzungsprozess, von dem Monheim bereits einen Großteil abgearbeitet hat, dauerte an dieser Schule nur 6 Monate!
Aus diesem Grunde gibt es nur für uns nur eine einzige noch zu klärende Frage:
SIND MEHR ALS DIE HÄLFTE DER LEHRER, SCHÜLER UND ELTERN DER PETER-USTINOV-GESAMTSCHULE IN DER SCHULKONFERENZ BEREIT, SICH DER SOZIALEN VERANTWORTUNG ZU STELLEN UND DAS IN DER UN-KONVENTION ÜBER DIE RECHTE VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNG FÜR DEUTSCHLAND VERBINDLICHE RECHT ANZUERKENNEN UND UNSEREN KINDERN EINE BESCHULUNG AN EINER REGELSCHULE ZU ERMÖGLICHEN?
Sie haben es in der Hand, dass Kinder mit Handicap die bereits 4 Jahre integrativ an der Alexander-von-Humboldt Grundschule erfolgreich unterrichtet wurden nicht mehr nur eine Förderschule als weiterführende Schule besuchen dürfen!
Wir bitten Sie, lassen Sie sich nicht durch mögliche Probleme die eventuell entstehen könnten täuschen, sondern helfen Sie mit die Schullandschaft zu ändern so wie es Schulen in Langenfeld/Hilden, Düsseldorf, Neuss, Leverkusen und vielen anderen Städten auch schon vor mehr als 10 Jahren gemacht haben.
Es gibt sehr viele gute Beispiele bei denen die Beschulung von Kindern mit und ohne Handicap die Entwicklung aller Kinder positiv beeinflusst hat.
Wenn die Stadt Monheim am Rhein das Ziel, Hauptstadt des Kindes 2020 zu werden, erreichen will muss sie jetzt damit anfangen!
Wir betroffene Eltern sichern der jetzigen und kommenden Schulleitung sowie insbesondere dem Kollegium unsere uneingeschränkte Unterstützung zu.
In der am 23.09.2009 um 18:00 Uhr einberufenen Informationsveranstaltung in der Mensa der Peter- Ustinov- Gesamtschule zu der alle Lehrer, Schüler und deren Eltern Zutritt haben, hoffen wir auf eine breite Unterstützung und einen offenen Dialog im Interesse unserer Kinder.
siehe auch den Bericht in RP-Online vom 28.08.2009.
09. Juli 2009
Schreiben von Herrn Landrat Hendele
landrat.pdf [860 KB]
Unsere Antwort darauf:
Sehr geehrter Herr Hendele,
vielen Dank für Ihr umfangreiches Schreiben vom 09.07.2009 über das wir uns sehr gefreut haben.
Schon jetzt möchten wir uns für Ihre und auch Herrn Fischers Unterstützung bedanken.
Die „freiwillige“ Einführung einer ILG an einer Schule der Sekundar-
stufe 1 hier in Monheim mit der Zielsetzung Start 2010/2011 wäre uns natürlich auch am liebsten.
Mit Blick auf unsere Kinder und der Tatsache, dass Monheimer Kinder keinen Platz an einer Langenfelder Schule bekommen, können wir darauf aber keine Rücksicht mehr nehmen.
Die Umsetzung eines tragfähigen pädagogischen Konzeptes durch eine mögliche Schule kann man aus den Erfahrungen z.B. der Bettine-von-Arnim Gesamtschule adaptieren. Gerade der dort tätige Herr Andreas Weikämper kann hierzu sicherlich sehr gut beitragen.
Es darf nicht länger zu der Situation kommen, dass unsere Kinder nach 4 Jahren gelungener Integration diese Möglichkeit nicht mehr bekommen.
Wir wollen in Kooperation mit Ihrem Haus und der Stadtverwaltung Monheim als Schulträger gemeinschaftlich weiter für die Umsetzung kämpfen und freuen uns
hierzu wieder von Ihnen zu hören.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Sinell
Elterninitiative gemeinsamer Unterricht in Monheim am Rhein
Siemensstr. 11
40789 Monheim am Rhein
Telefon: (+49) 2173 - 9596 - 27
Telefax: (+49) 2173 - 9596 - 22
www.monheim-integrativ.de
13. Mai 2009
Einführung des GU auf den Weg gebracht
Ausschuss stimmt zu 100% für die Einführung des gemeinsamen Unterrichts an einer weiterführenden Schule.
Am 13.05.2009 um 18:00 Uhr tagte der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport der Stadt Monheim am Rhein.
Hier wurde auch über die Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung Monheim am Rhein abgestimmt.
Diese sieht vor, dass die Verwaltung beauftragt wird, alle Voraussetzungen für die Einführung des gemeinsamen Unterrichts an einer weiterführenden Schule zu prüfen.
Die Stadtverwaltung Monheim am Rhein vertreten durch Herrn Uwe Trost,Leiter Zentrale Steuerung, hatte nochmals Ihren klaren Wunsch zur Ausweitung des GU`s vorgetragen.
Alle Ausschussmitglieder beschlossen einstimmig, dass die Verwaltung beauftragt wird, die Voraussetzungen für den GU, beziehungsweise für integrativen Lerngruppen zu prüfen.
Die Elterninitiative gemeinsamer Unterricht in Monheim am Rhein bedankt sich hierfür bei allen im Rat der Stadt Monheim vertretenen Fraktionen und Personen für diese Entscheidung.
Sind erst mal die sachlichen und personellen Voraussetzungen zur Einführung des gemeinsamen Unterrichts geschaffen, hoffen wir darauf, dass sich keine weiterführende Schule Ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung entzieht und die Integration von Kindern mit Behinderung blockiert.
25. April 2009
RIESEN INTERESSE AM INFOSTAND UNSERER INITIATIVE
Wir haben am vergangenen Samstag, den 25. April 2009 einen Infostand vor dem Rathaus aufgestellt.
In der Zeit von 9:00 Uhr – 14:00 Uhr sind wir mit 249 Bürgern über das Thema Ausweitung des GU auch an einer weiterführenden Schule (Sekundarstufe 1) ins Gespräch gekommen und haben dabei eine umwerfende Zustimmung erhalten.
Unsere Unterschriftenliste mit der Aussage, ich unterstütze die Forderung nach Einführung des gemeinsamen Unterrichts an einer weiterführenden Schule spätestens zum Schuljahr 2010/2011 in Monheim am Rhein, haben 221 Bürger unterschrieben!
Besonders wichtig ist uns, daß sich 4 weitere betroffene Familien unserer Elterninitiative angeschlossen haben und wir nun schon 17 betroffene Familien sind.
Wir haben rund 300 mit Gas gefüllte orange farbige Luftballons bedruckt mit unserer Internetadresse www.monheim-integrativ.de verteilt.